Diese Reportage entstand im Auftrag von Swiss Online Publishing und Bank-now.
Bringen Occasionen wieder auf Vordermann und rücken sie ins beste Licht: Remo Capeder (links) und Giuseppe D'Angeli. 
Frische Bio-Eier und Erdbeersirup – die Fahrt über Land führt vorbei an Hühnern und Hofläden. Es ist keine typische Gegend für einen Gebrauchtwagenhändler. Beinahe hätten wir die diskret beschilderte Einfahrt verpasst. Hier in Tuggen, einem kleinen Dorf am oberen Ende des Zürichsees, hat sich das Team von caroutlet.ch eingerichtet.
Auch die Geschäftsidee, die hinter der Occasions-Plattform steckt, ist unkonventionell. Caroutlet.ch verlässt den klassischen Pfad des Fahrzeugverkaufs. Die Abwicklung des Prozesses erfolgt komplett digital. Ein Besuch vor Ort werde derzeit von vielen Kunden zwar noch gewünscht, erklärt Gründer Remo Capeder. Doch «unser Ziel ist es, dass von der Besichtigung des Fahrzeugs über die Wahl der Finanzierung bis hin zum Vertragsabschluss alles online stattfindet», sagt er.

Käufer bestimmen den Preis
Die detaillierte Dokumentation der Occasionen ist eine der Massnahmen, die ein Umdenken bei der Zielgruppe erwirken soll. Unabhängige Experten prüfen alle Fahrzeuge. Sämtliche Schäden, bis hin zu kleinsten Kratzern, werden akribisch ausgewiesen und auf der Plattform veröffentlicht. «Das schafft Vertrauen», sagt Capeder, «und es gibt Interessenten ein gutes Bild davon, in welchem Zustand sich die Autos befinden.»
Wer sich für ein Angebot interessiert, entscheidet, ob er das Auto mit dem einen oder anderen Schönheitsfehler günstig erwerben oder gegen einen Aufpreis gewisse Schäden beseitigen lassen möchte. Käufer können so den Preis selber mitbestimmen. «Die Gewichtung eines Schadens ist immer persönlich», meint Giuseppe D’Angeli, der das Konzept für caroutlet.ch mitentwickelt hat. Für den einen sei ein Brandloch ein No-Go, ein anderer sehe darüber hinweg und spare lieber 500 Franken, meint er. So viel wie nötig, so günstig wie möglich, laute die Devise.
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«Wir wollen weg vom Probefahren, hin zum Probebesitzen.»
Remo Capeder – Gründer caroutlet.ch

«Wir holen gerade erst Anlauf. In zehn Jahren wird caroutlet.ch richtig durchstarten»: Remo Capeder im Interview. Bild: zvg

Einzigartig ist bei caroutlet.ch auch das 14-Tage-Rückgaberecht. «Wir wollen weg vom Probefahren, hin zum Probebesitzen», sagt Capeder. Ist ein Käufer mit seinem Fahrzeug nicht zufrieden, kann er es innerhalb von zwei Wochen ohne Angabe von Gründen wieder zurückgeben. Die Entwicklung, die Zalando mit dem Vertrieb von Mode in Gang gesetzt habe, lasse sich auch auf Gebrauchtwagen übertragen, ist Capeder überzeugt. «Es wird ein paar Jahre dauern, bis das in den Köpfen der Konsumenten ist. Doch das wird kommen», sagt er.

«All-in-one-Lösung» umfasst auch die Finanzierung

Abheben von der Konkurrenz kann sich caroutlet.ch aber auch, da man potenzielle Käufer nicht einfach an einen Garagisten oder einen Privatverkäufer weiterleitet, wie es herkömmliche Occasions-Plattformen tun, sondern den gesamten Verkaufsprozess aus einer Hand anbietet. Diese «All-in-one-Lösung», wie es Remo Capeder nennt, umfasst auch die Finanzierung des Fahrzeugs. Das Leasing bei Gebrauchtwagen sei äusserst beliebt, sagt D’Angeli. Bei rund 30 Prozent der Vertragsabschlüsse würden sich Kunden für diese Form der Finanzierung entscheiden – Tendenz: steigend.
Mit BANK-now hat sich caroutlet.ch dafür die Nummer eins im Schweizer Markt als Exklusivpartner an Bord geholt. «Ein bekannter und zuverlässiger Name, der unseren Kunden attraktive Konditionen bietet und einen effizienten Ablauf gewährleistet», sagt D’Angeli. Nahezu der gesamte Prozess bis hin zum Abschluss des Leasingvertrags erfolgt mit wenigen Klicks direkt online.
Für die beiden Unternehmer ist klar: Ihr Geschäftsmodell hat Zukunft. Der Online-Verkauf von Gebrauchtwagen sei ein Trend, der sich in den nächsten Jahren verstärken werde. Capeder: «Wir holen gerade erst Anlauf. In zehn Jahren wird caroutlet.ch richtig durchstarten.»

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